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TECHNIK des SCHATTENSPIELTHEATER KARAGOZ*

 Für eine Schattenspielaufführung wird der Bühnenraum vom Publikum durch einen mit weißem transparentem Material bespannten Rahmen getrennt. Vorzugsweise wird feine ägyptische Baumwolle benützt. Ähnlich einer Malleinwand ist der Rahmen straff bespannt und wird hochkant aufgebaut. Früher betrug die Leinwandgröße 2 m X 2,5 m; heutzutage ist das Maß auf 1 m X 1,60 m. reduziert worden. Der Schattenspieler steht hinter der Leinwand, gegen die er die Puppenfiguren drückt. Von hinten fällt der Schein einer Öllampe auf die Spielfläche. Eine Öllampe hat den Vorteil einen schönen Schatten zu bilden und das Bild durch das Flackern lebendig erscheinen zu lassen. Das Licht ist hinter oder unter dem Bildschirm aufgebaut.

Drunkkard Tuzsuz Deli bekir - gemacht durch Emin Senyer

 Die Entfernung wird von der Größe der Leinwand bestimmt, auf die die Schatten geworfen werden. Die Leinwand zerstreut das Licht, das durch die farbigen Figuren scheint und lässt die Schatten wie farbiges Glas aussehen. Der Puppenspieler drückt die Figur gegen die Leinwand mittels eines langen Stabes der im rechten Winkel zu der Figur angebracht ist. Dadurch gibt es keinen falschen Schatten und die Figuren können kontrolliert geführt werden. Ungleich den türkischen werden javanische und südostasiatische Puppen mit senkrechten Stäben geführt.

Zeybek - gemacht durch Emin Senyer

 Es gibt jedoch für türkische Puppen zwei Vorrichtungen die von der horizontalen Technik abweichen: Eine heisst hayal agaci -Puppenbaum-. Der Spieler kann nur zwei Puppen gleichzeitig führen. Sobald mehr als zwei Puppen notwendig sind, benutzt er den Puppenbaum. Der Puppenbaum ist ein Y-förmiger Stab , der in die untere Leinwandrahmenleiste gesteckt werden kann. In den Spalt des Y- Stabes wird ein horizontaler Stab gesteckt der bei Bedarf mit der Brust oder dem Bauch gegen die Leinwand gedrückt wird. Diese Figuren stehen still und bewegen sich nicht. So kann aber leicht eine Menschenmenge hergestellt werden. Die zweite Vorrichtung wird vom Schattenspieler firdondu genannt - Wirbelstück. Die Technik wird benützt um die Richtung einer Figur zu ändern. Einige türkische Figuren sind in Sammlungen (Hamburg, Topkapi) zu sehen. Sie zeigen, dass die Türken diese Technik bereits seit langem kannten. Häufiger wird diese Technik aber im ostasiatischen Raum benutzt. Die Stäbe müssen an den Figuren so angebracht werden dass der Schatten des Spielers nicht auf die Leinwand fällt. Im unteren Rahmenteil der Leinwand gibt es Löcher für Öllampen und für senkrechte Führungsstäbe wie beispielsweise dem Puppenbaum

Zenne Alte Frau - Gemacht durch Emin Senyer

 Die Figuren sind flache, sauber geschnittene Silhouetten in Farbe. Am besten eignet sich Leder für die Puppenherstellung, besonders Kamelleder. Die Haut wird kräftig geschabt und in einer Lösung eingeweicht, die Kleie enthält, um Fettanteile zu entfernen und das Leder weicher zu machen. Das Leder wird während der Monate Juli und August in der Sonne getrocknet. Es ist wird geglättet und behandelt, bis es fast durchsichtig ist, und mit einer Glasscherbe werden die letzten Hare entfernt. Schließlich ist es glatt gerieben und poliert. Mit einer Form oder einem Muster werden die Umrisse der Figuren auf das Leder gezeichnet und mit einem kleinen Messer, dem nevregan ausgeschnitten.

 Die ausgeschnittenen Teile werden dann mit Naturfarbstoffen bemalt, mit zartem Blau, tiefem Purpur, Blattgrün, Olivgrün, Karmesinrot, Terrakotta, Braun und Gelb. Die Verbindung der einzelnen Stücke wird mit Darmsaiten gemacht. Durch die überlappenden Stellen wird ein Loch gebohrt, eine Darmsaite durchgezogen und auf beiden Seiten verknotet.

Vase - Gemacht durch Emin Senyer
Vase - Gemacht durch Emin Senyer

 Die Handlung diktiert die Gestalt der Figuren. Jede Figur hat an einer Stelle im oberen Körperteil ein Loch, das mit einem doppelten Lederstück verstärkt ist wie eine Ministeckdose. In die wird der Führungsstab waagerecht hineingesteckt. Ein zweiter Stab wird an anderer Stelle (z. B. am Kopf oder an den Armen) hineingesteckt, damit die Schattenspielfigur verschiedene Haltungen einnehmen kann. Eine Anzahl türkischer Puppen hat den Bewegungspunkt zwischen Kopf und Körper als einziger Ausdrucksmöglichkeit. Der restliche Körper ist aus einem Stück. Bei diesen Puppen ist der Führungsstab am Hals eingesteckt. Auf diese Art und Weise kann die Figur durch Drehen des Stabes einen vollständigen Salto ausführen. Die Figur des Karagöz hat mehrer Möglichkeiten. Karagöz' Arm hat zwei Gelenke, seine Kopfbedeckung ist durch ein lockeres Gelenk am Hinterkopf befestigt. Der Puppenspieler kann mit einem schnellen leichten Schlag aus seinem Handgelenk heraus die Kopfbedeckung nach hinten schleudern, so dass Karagöz' Kahlkopf sichtbar wird. Karagöz ist nicht die einzige Figur, die mit zwei Stäben geführt wird. Die Platzierung der "Steckdose" muss sorgfältig gewählt werden, damit die Figur gut ausbalanciert ist. Dann können die Figuren tiefe Verbeugungen machen oder weit nach hinten gelehnt den Himmel betrachten.

 Um die größte magische Wirkung zu erzielen benutzt das Schattentheater verschiedene Vorrichtungen. Zum Beispiel gibt es eine Puppe mit zwei verschiedenen Köpfen. Einer ist hinter dem Körper verborgen. Wenn die Handlung verlangt den Figurenkopf in einen Eselskopf zu verwandeln, wir der Stab gewechselt und der bis dahin verborgene Eselskopf erscheint an Stelle des anderen Kopfes. Um jedoch den Charakter einer Figur im Kostüm zu ändern oder die Figur nackt auszuziehen werden zwei gesonderte Figuren benötigt. Die Höhe einer Figur beträgt 24 cm bis 35 cm. Die durchschnittliche Höhe ist ungefähr 30 Zentimeter (12 Zoll). Die kleinste Figur, ein Zwerg, ist ungefähr 20 cm hoch, während die größte Baba Himmet, etwas über 57 cm beträgt.

*Drama at the Crossroads, By Metin And